
Timo Tagaloa
Left Winger :: All Black
Schon als Jugendlicher war Sport immer ein wichtiger Teil meines Lebens. Es hat mir Spaß gemacht Sport zu treiben, weil ich bemerkte, dass ein Weg war mich selbst auszudrücken. Aber meine wichtigste Motivation, weswegen mir Sport so viel Spaß machte, war die Beliebtheit und Akzeptanz, die mit sportlichem Erfolg einherging.
In meiner High School Zeit spielte ich alle Sportarten, aber beim Rugby war ich wirklich gut. Beim Rugby gewann ich Popularität, vor allen bei den Mädchen. Bald merkte ich, dass ich mir einen Ruf um die Schule herum aufbaute und es fühlte sich super an bekannt zu sein.
Nachdem ich die High School verließ, wollte ich meine Ziele im Rugby verfolgen. Ich erinnere mich, dass ich bei einem Club Rugby Spiel, bei dem ich mitspielte, ein Reporter vor Ort war und dem Spiel zusah. Am nächsten Tag sah ich meinen Namen in der Zeitung. Auf der Rückseite der Zeitung, im Sportsteil, war ein großes Foto meines Gesichts mit folgender großen Schlagzeile: “EIN STAR IST GEBOREN”. Im Artikel ging es um mein Rugbykönnen und den Einfluss, den ich beim Clubrugby direkt nach meinem High School Abschluss hatte. Im Artikel stand, dass ich ein ‘All Black’ werden würde und man verglich meinen Spielstil mit dem des berühmtes All Black Bryan Williams. Nachdem diesem Ereignis würden, egal wo ich hinging, Leute zu mir kommen und nach einem Autogramm fragen oder meine Hand schütteln und plaudern wollen. Ich hörte die Leute über mich tuscheln, wenn ich vorbei ging und sah sie stehen bleiben, um mich in Augenschein zu nehmen. Plötzlich war ich wirklich populär.
Aber mit dem Ansehen kamen auch viele Erwartungen auf mich zu. Durch das, was man in der Öffentlichkeit über mich las, erwarteten die Leute, dass ich wie ein All Black zu spielen hatte - jedes Mal, wenn ich den Ball innerhalb der 22 Yard Linie berührte erwartete man, dass ich durch alle 15 Gegenspieler rennen, punkten und dazu noch ein Tor schießen sollte. Schnell wurde mir klar, dass ich, wenn ich diese Erwartungen nicht erfüllte, als “Loser” abgestempelt wurde.
Als “Loser” betrachtet zu werden hatte großen Einfluss auf meine Leistung, da ich eine Person bin, die andere gerne zufrieden stellt. Ich würde immer auf dem herumreiten, was andere über mich sagten. Dieser Druck wurde einfach zu viel für mich. Eines Tages, während einer Party, fand ich mich selbst ganz allein in einem stockdusteren Raum wieder und dachte über mein Leben nach. Obwohl alles äußerlich in bester Ordnung schien, litt ich innerlich. Vielleicht hatte ich das Gefühl beliebt zu sein, doch innerlich fühlte ich mich einsam, es gab eine große Leere in meinem Leben. Ich war so deprimiert, dass ich sogar darüber nachdachte Selbstmord zu begehen - ich hatte das Gefühl, dass dies der einzige Weg war, alle zufriedenzustellen. Bei jener Party stand ich auf und ging zu einem Arzneischrank, um etwas Scharfes zu finden und damit zu versuchen, meine Handgelenke aufzuritzen. Glücklicherweise kam ich damit nicht durch.
Der Selbstmordgedanke war immer in meinem Hinterkopf. Und während ich in einem Einkaufszentrum war, bemerkte ich eine Gruppe von Christen, die Lieder sangen und kleine Flyer austeilten, die dazu einluden zum örtlichen Pfadfinderheim für ein paar Kekse und Tee zu kommen. Dieses Angebot konnte ich einfach nicht ablehnen: 1.) Ich hatte einen Riesenhunger und 2.) Das Essen war umsonst. Ich ging hin und hatte etwa zwei, drei Tassen Tee und bestimmt vier oder fünf Packungen Kekse. Als ich fast mit dem Essen fertig war, kam ein junger Mann auf mich zu und wir begannen uns zu unterhalten. Ich kann mich noch immer genau an seine Worte erinnern.
Er sagte, “Timo, wenn du heute Abend sterben würdest, wie sich
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