
Heinz Inniger
Snow Boarding :: Switzerland
Mit 17 Jahren stand Heinz das erste Mal auf dem Snowboard, mit 23 Jahren zuoberst auf dem Treppchen. Mitten in der Nach um 3.15 Uhr konnte Heinz seiner Frau voller Freude und unter Jubel telefonisch von seinem Sieg in den USA erzählen. Bescheiden meint er: „Nach den zwei dritten Rängen habe ich gehofft, dass es auch einmal für den obersten Podestplatz reicht. Ich hätte dafür aber auch noch ein Jahr gewartet.“
Früh übt sich, was einst in breiter Öffentlichkeit gezeigt werden soll? Weit gefehlt. „Mit 12 Jahren habe ich plötzlich feststellen müssen, dass etwas mit meinem linken Bein nicht in Ordnung ist. Die Diagnose des Arztes war vernichtend: Morbus Perthes! Eine seltene Krankheit. Der Arzt sagte mir, dass meine Hüfte regelrecht am ‚Verbrösmele’ sei. Nur zwei Personen pro Jahr erhalten im Kanton Bern diese Diagnose.“ Heinz Inniger wurde eine Schiene – ein Gestell – verpasst, so wie wir es aus dem Film ‚Forrest Gump’ kennen. Das Bein durfte nicht belastet werden. „30 Monate musste ich das Ding angeschnallt haben. In der Schule riefen sie mir Hinkebein nach. Ausser schwimmen und Velo fahren, mit einem Bein notabene, konnte ich nichts machen.“ In dieser Zeit habe Heinz oft grosse Einsamkeit gespürt. „ich musste mich zurückhalten, mich schonen. Mir fehlten echte Freunde, die zu mir standen.“
Durch die Schiene verschlechterte sich die Stellung des Fusses drastisch. Eine grössere Operation brachte dann Linderung. Bis auf 2cm konnte die Beinlänge angepasst werden. Eine Erhöhung des Absatzes gleicht den Unterschied aus.
„Wenn ich heute die Röntgenbilder anschaue, dann läuft es mir kalt den Rücken hinunter. Während dieser ganzen Zeit standen mir meine Eltern zur Seite. Ich habe gelernt, wie wichtig das Gebet ist und was es heisst, geduldig auszuhalten. Jetzt weiss ich: Bei Gott ist nichts unmöglich!“
Als Snowboardprofi hilft ihm heute diese Erfahrung. „Täglich sehe ich, dass ich mit meiner körperlichen Voraussetzung die Leistung gar nicht bringen kann. Das hält mich von Gott Abhängig. Auch in Momenten, die überhaupt nicht cool sind, weiss ich: Bei Gott ist alles möglich. Ich habe erlebt, was wirklich tragfähig ist und worauf ich mich verlassen kann.“
Nach den Olympischen Spielen in Turin heisst es wiederum auch für Vancouver: „Zuerst muss ich mich mal qualifizieren, doch ich weiss, Gott hat einen guten Plan.“ Natürlich gebe es Konkurrenz, doch den Schlüssel im Umgang damit hat Heinz gefunden. „Das Wichtigste ist für mich die Freude am Erfolg des andern. Auf diese Weise haben auch die anderen Freude an meinem Erfolg. Das löst und entspannt.“
Selten genug kommt es vor, dass Heinz Inniger seine einsamen Spuren im Powder ziehen darf. Ein Hochgefühl – und es erfüllt ihn jeweils mit grosser Dankbarkeit und Lebensfreude. Mit der Erfahrung, dass mit Gott nicht unmöglich ist, will er auch im Leben Spuren hinterlassen.
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